ÜBER DIE REGENBRÜCKE GEHEN
Auf einer Seite des Himmels gibt es einen Platz, der Regenbogenbrücke genannt wird. Wenn ein Tier stirbt, das jemandem besonders nahe stand, begibt es sich zur Regenbogenbrücke. Dort sind Wiesen und Hügel für all unsere besten Freunde, so dass sie zusammen laufen und spielen können. Dort gibt es Futter, Wasser und Sonnenschein im Überfluss und unsere Freunde haben es warm und fühlen sich wohl und behaglich. Alle Tiere, die krank und alt waren, haben wieder ihre Gesundheit und Energie. Die, die verletzt oder verstümmelt waren, sind wieder hergestellt und stark, so wie wir sie in Erinnerung haben. Die Tiere sind glücklich und zufrieden, bis auf eine Kleinigkeit: sie alle vermissen ihren Menschenfreund, den sie zurücklassen mussten.
Sie laufen und spielen zusammen, aber der Tag kommt, an dem eines plötzlich stoppt und in die Ferne sieht. Seine strahlenden Augen sind aufmerksam, gespannt zittert der Körper. Plötzlich beginnt es von der Gruppe wegzulaufen, fliegt über das grüne Gras, seine Beine tragen es schnell und schneller. Es hat DICH gesehen und wenn DU und DEIN Freund sich endlich treffen, werdet ihr im freudigen Wiedersehen so zusammen halten, auf dass ihr nie wieder getrennt werdet.
Glückliche Küsse regnen auf dein Gesicht. Deine Hände liebkosen wieder den geliebten Kopf und du siehst einmal mehr in die vertrauensvollen Augen Deines Lieblings, der zwar lange aus deinem Leben, aber nie aus deinem Herzen verschwunden war. – Dann geht ihr zusammen über die Regenbogenbrücke.
Geliebte Tierkinder,
die ihr uns für einen längeren oder kürzeren Zeitraum anvertraut werdet.
Gern übernehmen wir die Verantwortung für euch, geben euch ein Zuhause, Liebe und Fürsorge – und müssen dann doch immer wieder Abschied nehmen. Loslassen, euch gehen lassen.
Für die Welt warst Du irgendjemand – Für mich warst Du die Welt !
Ein kleiner alter Hund…
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1 Einer nach dem anderen geht an meinem Käfig vorbei. Zu alt, zu verbraucht, zu abgenutzt, auf keinen Fall! Hat die Zeit hinter sich, taugt nicht mehr für Lauf und Spiel mit dem Ball. Dann schütteln sie langsam den Kopf und gehen vorbei. |
4 Ganz gleich, welcher Grund in den Sinn ihnen kam. Es war nicht recht, dass man mein Leben mir nahm. Nun sitz ich im Käfig – tagaus und tagein Finden jüngere Hunde ein neues Daheim. |
7 Auch wenn ich viele Stunden mit andren verbracht habe, so ist deine Liebe zu mir eine besondere Gabe. Ich verspreche die Liebe zurück zu geben, während meines gesamten restlichen Leben. |
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Ein kleiner alter Rüde, krank von Arthrose und Schmerz. Es scheint, für mich gibt es keinen mehr mit Herz. Ich hatte mal ein Zuhause und auch ein Bett. Einen Platz warm und Futter – so nett. |
Als ich, fast am Ende, schon den Glauben verlor, sahst du mein Gesicht und Hoffnung kam empor. Du sahst durch das Grau und die vom Alter gebeugten Beine Und sagtest mir, dass jenseits des Käfigs die Sonne noch scheine. |
Wir werden Wochen oder Jahre miteinander überstehen. Wir teilen ein Lächeln und ich werde dich weinen sehen. Und wenn der Abschied kommt für mich und dich, weiss ich, dass du weinst und dein Herz trauert um mich. |
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Nun wird mein Fang grau und mein Augenlicht schwach. Wer möchte einen Hund so alt und schwach. Meine Familie entschied, ich sollte weg. Ich war im Weg und meine Haltung – kein Zweck. |
Du nahmst mich nach Hause, gabst mir Futter und einen Platz zu leben, teiltest dein Kissen mit meinem armen müden Kopf daneben. Wir schmusen und spielen und du sprichst lieb mit mir. Du liebst mich so innig und zeigst es auch hier. |
Wenn ich dann die Brücke erreiche, ganz frisch Sind meine Gedanken bei dir an deinem Tisch. Und ich werde prahlen vor allen und jedem Von der Person, die meine letzten Tage erfüllte – mein Leben. |
BIRILLO
NERINO
MOIRA
TSCHOP
FRIEDA
AZZURRA
LILLI
RICKY
MELLIE
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Das tapfere Mädchen MELLIE kam im März 2010 zu uns, nachdem sie ein Jahr aus unerklärten Gründen unbehandelt (querschnittsgelähmt) in einem Tierheim verbracht hatte. Leider konnten wir MELLIE nicht mehr (auf die Hinterbeine) helfen, als ihr Liebe und jegliche Behandlung physiotherapeutischer Art zuteil werden zu lassen. Sie war sogar in der Lage, einen Rolli zu benutzen und nicht nur das, sie gewann beim Wettkampf der behinderten Hunde einen POKAL (siehe HIER). - MELLIE war schon älter und ihre Lebenszeit war einfach um. Jetzt rennt sie sicherlich über grüne Wiesen im Sonnenschein...Ciao MELLIE! |
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METHUSALEM und TINO
MOLLY
GIORGIA
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Die Kerze brennt - wir müssen uns von einem Hund verabschieden, der einen unauslöschlichen Eindruck hinterlässt: GIORGIA.
Als ihr Foto durchs Netz lief (LINKS) mit ihrer Geschichte dazu, dass sie ihr Leben lang in einem Lager in Apulien leben musste, gab es auch liebe Menschen in Deutschland, die ihr einen Platz angeboten hätten. Aber es wäre für GIORGIA nicht das Richtige gewesen. Sie wollte nämlich das nachholen, was ihr ein Hundeleben lang verwehrt worden war... laufen, laufen, laufen, gehen in einer ganz speziellen Weise, wir wir sie noch nie gesehen hatten - zu lustig - zwei Schritte und dann machte sie einen Wechselschritt. Sie ging den ganzen Garten mehrfach am Tag ab und manchmal lag sie im Gras - sie war einfach nur glücklich. Gegessen hat sie mindestens dreimal am Tag, sie war die erste, die bei unserem Aufstehen kam, nachts um 3 Uhr und um ihre ganz spezielle Mahlzeit gebeten hat. Regen, kälteres Wetter, es hielt sie nicht ab zu gehen. Sie hatte verschiedene Mäntel, die sie sich gern anziehen liess. Sie war der ganz spezielle Liebling von unserem Janusch, mit ihm war sie den ganzen Tag unterwegs, von ihm liess sie sich ihren Mantel anziehen, wir badeten sie zusammen und sie hat sich von ihm füttern lassen.
Sie war ein wunderbares Mädchen, wir hätten ihr so viele schöne Jahre bei uns gegönnt, es bleibt uns nur, ihr viele grüne Wiesen im hellen Licht des Tierparadieses zu wünschen. Ciao GIORGIA!
SOLOSOLETTO
DIANA
MARIELLA
AMBRA
KLECKS
EMILIA
BACH
BOBBY
REGINA
LONA
MARLEY
BÜRSCHI
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Das ohnehin schon schwache Lebenslicht unseres alten Zwergdackels BÜRSCHI ist ganz leise verlöscht. BÜRSCHI kam zusammen mit seiner Mutter WINNIE in 2006 zu uns aus einem deutschen Tierheim. Sie sind dort mitleidslos – Gründe unbekannt – im schon hohen Alter von 11 und 13 Jahren abgegeben worden. Der Gesamtzustand der kleinen Hunde war noch dazu schlecht. Was sollten so kleine Zwerge in einem Tierheim? Wir haben sie von Herzen gern aufgenommen, sie sind meine geliebten Kinder in meinem Zimmer, haben sich so gut eingewöhnt, sind befreundet mit all den Katzen – und nun hat BÜRSCHI heim gehen wollen, im hohen Alter von fast 15 Jahren. Seine Mama ist zwei Jahre älter als er, wir hoffen, dass WINNIE noch eine Zeit bei uns bleibt. |
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BERTA
MORENO
ELENA
ABSCHIED VON BONCITA - NACH 16,5 JAHREN
Natürlich haben wir seit langem gewusst, dass jeder Tag, den Bonnie noch bei guter Gesundheit lebt, ein Geschenk Gottes ist. Sie war ein grosser Hund und wir sind stolz darauf, dass sie so alt werden konnte, bei bester Gesundheit, nie krank, nie beim Tierarzt, nie müde. Die Spaziergänge, die langen, durch Täler und Höhen mit Helmut waren ihr ein und alles. Gestern hat sie mit uns langsam und mit steifen Beinen den letzten, kleinen Weg gemacht. Gestern Abend haben wir sie in ihren Korb gelegt, gut zugedeckt und genauso haben wir sie heute vorgefunden, friedlich eingeschlafen. Still und leise, bescheiden und lieb, so wie sie in ihrem ganzen Leben war.
Wenn man so lange mit einem Tier zusammen gelebt hat, dann ziehen verständlicherweise auch die eigenen vergangenen fast 17 Jahre an einem vorüber. Und es kommt einem vor, als wäre alles gestern gewesen.
BONNIE wurde im Mai 1993 in meine Hände hinein geboren. Die Geburtsstätte war ein Stall, ihre Mutter war eine sehr kluge Schafshündin, LOLA, die aber an der Kette leben musste, wenn der Bauer nicht da war. Lola hatte 8 schwarzen Kindern das Leben geschenkt. Zusammen mit anderen Welpen, die bei Bauern geboren worden waren und die – wenn wir uns nicht zum Fürsprecher gemacht hätten – auf die übliche Weise getötet worden wären – zogen wir alle 23!!!!! liebevoll auf. Als sie gross genug waren, um vermittelt zu werden, musste ich in Deutschland um Hilfe rufen. Wir bekamen ein „Angebot“, die Welpen in die Nähe von Stuttgart bringen zu „dürfen“. Helmut zimmerte eine grosse Holzkiste und im Juli 1993 fuhren wir los. Die Mutterhündin Lola war eine ganz besonders gute Mutter, sicherlich deswegen, weil sie zum ersten Mal Kinder in Ruhe und Liebe aufziehen durfte. Als wir abends alle Kinder in die grosse Holzkiste verfrachteten, da ging es mir sicherlich genauso schlecht wie Lola. Sie weinte und ich auch. Wir brachten Lola bei einer jungen Frau unter und baten sie, auf den Hund gut aufzupassen.
Die Fahrt war lang, heiss und stressig, wir kamen gegen Mittag am Haus der Tierschützerin an. Auf unsere süssen Kleinen wurde nicht einmal ein Blick geworfen – wir bekamen die Aufforderung, sie in den Keller zu bringen. Mir ging zum ersten Mal ein Licht auf, wie man AUCH Tierschutz machen kann! Die Kleinen weinten und waren nervös, in einer anderen Umgebung, am liebsten hätte ich sie alle wieder mit genommen – ganz besonders die von Lola. Wie um mich selbst zu trösten, nahm ich das schüchternste Kleine mit – ein Mädchen.
Mit trüben Gedanken und unter Tränen traten wir den Heimweg an – und ich wusste damals, dass ich dieser Person NIE MEHR einen Hund bringen würde. Nach einer erneuten Nachtfahrt kamen wir morgens bei uns daheim an, mein erster Weg führte mich zu Lola mit ihrem Kind im Arm. Die Begrüssung der Mutter, die glücklichen Schreie des Kindes, das werde ich in meinem Leben nicht vergessen. LOLA und BONNIE waren, so lange Lola lebte, unzertrennlich. Wir hatten nach einiger Zeit natürlich erreicht, dass Lola auch bei uns für ganz einziehen durfte.
Ich habe von der Mutter-Kind-Beziehung zwischen LOLA und BONNIE viel gelernt: wie wichtig Mutterliebe ist. Und dass man nicht alle, gleich ob Hunde oder Katzen, immer skrupellos von der Mutter trennen kann.
Beide Hunde haben unser Leben bereichert, haben uns freundschaftlich begleitet über viele lange Jahre hinweg, haben uns Freude und Liebe gegeben in einem überreichen Masse. Wir hoffen, beide Hunde sehen sich wieder!
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PONGO
PONGO und seine Lebensgefährtin GAIA waren lange Zeit als junge Hunde im Tierheim von Grosseto. Wir haben uns gefreut, als wir nach einiger Zeit hörten, dass die beiden zusammen bleiben konnten und auf einen guten Platz kamen. –
Vor drei Jahren allerdings wurden beide Hunde bei uns abgegeben, hätten wir sie nicht aufgenommen, dann wären sie wieder im Tierheim gelandet. Ihre Besitzer, nicht mehr ganz junge Leute, haben sich scheiden lassen, das Haus verkauft und sind nach Neapel gegangen.
Beide Hunde haben ihr Altersleben bei uns genossen. GAIA machte nur kurze Spaziergänge, aber PONGO war bis zuletzt mit dabei, wenn alle freudig zur Tür rannten. Vor einem halben Jahr verliess uns ganz still GAIA. Sie war alt, schwach und zittrig geworden, es war ihr Recht, heim zu gehen ins sicherlich sehr schöne Reich der Tiere.
Ihr Lebensparter PONGO folgte ihr nach – genau wie sie ging er still und leise. Der einzige Trost, der uns bleibt ist, dass wir ihnen die letzten Jahre so schön wie möglich machen durften.
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SCHUMI - EIN GANZ BESONDERER HUND…..
Vor mehr als drei Jahren haben wir zusammen mit Greta Irsperger (Taranto) einen Besuch im Tierheim von Taranto gemacht, dem ehemaligen Schlachthof dort. Man kann sich die düstere, kalte Betonatmosphäre vorstellen! Eben auf diesem kalten Beton, auf einer einzigen ausgebreiteten Decke lagen drei behinderte Hunde, einer davon hinten total gelähmt – unser geliebter Schumacher.
Wir holten alle drei ab. Einer starb nach kurzem – von den beiden anderen war SCHUMI derjenige, der alsbald das Zepter im Tierhaus schwang und seine einmalige Chance erkannte, endlich alles nachholen, auch nachfordern zu können. Er hatte seine Präferenzen bei den Menschen und so war es immer eine Absprache, wann wer in Urlaub ging und wer dann kommen musste, damit ER zufrieden war. Denn er akzeptierte von all unseren Mitarbeitern nur zwei Frauen! Genau zwei Schwestern. Er wurde umsorgt, gehegt, gepflegt, fuhr in rasantem Tempo mit seinem Wagen der Extra-Konstruktion über Stock und Stein – und war ein richtig glücklicher Hund.
SCHUMI verliess uns zwei Tage vor Weihnachten und hinterliess eine Lücke, die kein anderer Hund schliessen kann, obwohl wir natürlich seinen Platz schon an einen anderen Armen gegeben haben. Der Platz, den er in unserem Herzen einnimmt, der bleibt unbesetzt. Er war, so sagte meine Mitarbeiterin - EIN FREUND. Wir haben einen Freund verloren, jeder von uns weiss, wie rar Freunde sind – es bleibt uns nur, ihm zu danken, er hat manch einen Besucher staunen lassen, wie bravourös ein behinderter Hund sein Leben meistert. SCHUMI, Du fehlst uns!
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SPILLO
Unser SPILLO ist gestern heim gegangen. Wie immer denkt man an die Lebensgeschichte des Hundes zurück. SPILLO war als Sohn von GIGA geboren worden, die lange Jahre bei uns war und ihr Leben vor einem Jahr bei uns beendete. Zu dritt waren sie bei netten Bauersleuten in unserer Gegend. GIGA wurde jung Mutter, die Kinder wurden früh weg gegeben, SPILLO durfte bleiben und wurde so zum Liebling der Familie, der frei sein Leben machen konnte. Hingegen GIGA und BUCK kamen an die Kette. Wir installierten ihnen eine Laufkette, trotzdem es war kein schönes Leben. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass alle drei Hunde eines Tages an Krätze erkrankten. In Panik riefen die Bauersleute an – sie wollen absolut die Hunde nicht mehr – nur SPILLO – wenn er wieder gesund ist. Logischerweise wurden die anderen beiden, GIGA und BUCK, nach mehreren Behandlungen auch wieder gesund und ich war froh, dass sie bei uns bleiben konnten.
SPILLO blieb bis zum Tod des alten Bauern bei seinen Leuten, die Frau war schon vorher gestorben. Der Sohn logischerweise erbte alles, den Hund konnte er nicht gebrauchen. Und so kam SPILLO zu uns – mit einem riesengrossen Geschwür am Hals. Das wurde gut operiert, die Wunde schloss sich, der Hund genoss sein Altersleben, aber schon damals hatten wir den Verdacht, dass er vielleicht Krebs haben könnte. In den letzten Wochen stellten sich Beschwerden an der Prostata und an der Lunge ein. Der alte Hund musste nicht leiden, der Doktor kam zu uns ins Haus.
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ANDI
OLIVER
TESSI
MARCO
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Ciao süsser MARCO, gute Reise ins Land deiner Brüder und Schwestern. (Hier noch etwas zu seiner Vorgeschichte und seiner Zeit bei uns) |
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GRETA
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Sie kamen vor sieben Jahren zu uns – zu dritt: die Mutter GRETA mit ihren Kindern BELLA und DONNA. GRETA deshalb, weil Greta Irsperger, die leider mittlerweile verstorben ist, das Dreigestirn in Taranto auf den Strassen versorgte. Zu dritt wurden die Hündinnen überall vertrieben, zuletzt flüchteten sie sich auf eine Verkehrsinsel einer befahrenen Strasse. Greta holte sie dort weg und brachte sie zu uns. Die Drei waren einander in all den Jahren untrennbar verbunden. Nun ist GRETA krank geworden. Wir machten alle Analysen, die man zunächst macht, wenn man an nichts Schlimmes denkt – die letzte Untersuchung mit einem Echo brachte einen Milztumor zutage mit Metastasen in der Leber. Keine Aussicht auf Heilung, sagte der Doktor. Ihre Kinder wissen es – Greta macht die Spaziergänge nicht mehr mit, sie lehnt das Essen ab, ist mager geworden, aber ihre Augen sind klar und milde wie zuvor. Wir werden sie erlösen müssen. |
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FRISEE
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Wenn man ein Tierchen aufnimmt und sich als „Besitzer“ fühlt, dann macht man sich viel zu wenig bewusst, dass alle Gottes Geschöpfe nur eine Leihgabe sind auf längere oder kürzere Zeit. Diese uns anvertrauten Gaben Gottes, unsere Mitgeschöpfe, die Tiere, aber auch Blumen und Pflanzen sind in ihrem Wesen zu respektieren, zu behandeln, sie sind zu lieben und es ist ihnen in jeder Lebenslage zu helfen. Genau besehen, sind sie Gott viel näher als wir, sie sind Wissensträger, und wir können – genau hinschauend und hinhörend – viel von ihnen lernen. Zum Beispiel die Demut, die Treue, aber auch Ausdauer, Mut, Geschicklichkeit und absolute Liebe zu den Menschen. Ganz gleich, wie dieser sich ihm gegenüber benimmt. Das sollte uns bescheiden werden lassen, und uns beschämen. Die Jahre mit einem Freund, Sozialpartner gehen schnell dahin. Immer wieder heisst es Abschied nehmen, Abschied in der Hoffnung, dass das Tierchen Eingang findet in ein Paradies – dass wir es vielleicht dereinst wieder sehen können. Wir haben heute Abschied genommen von FRISEE (HIER etwas zu ihrer Zunge), einer ganz kleinen Hündin, mit einem grossen Herzen, einer tiefen Stimme und ihrer grossen Liebe zu Helmut. |
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ROBERTO
ROCCO unser "Katzenonkel"
EIN GANZ BESONDERER HUND, das war unser ROCCO. Wie jeder Mensch, so hat auch jedes Tier seine nur ihm eigenen Charaktereigenschaften, die mit dem Tod unwiederbringlich verloren gehen. Was nicht heisst, dass der nächste liebe Hund nicht auch auf seine Art liebenswert ist.
Aber ROCCO war speziell: er kam, schon älter, als ausgemusterter Jagdhund zu uns. Weil er nicht so gern mit unserem Rudel sein wollte, haben wir es ihm im Katzenkindergarten gemütlich gemacht. Er hat die Rolle des Katzenonkels perfekt fast 7 Jahre lang übernommen. Er liebte die Katzen, verteidigte sie, brachte die Kleinen schon mal von einem Platz auf den anderen. Im Winter diente er für sie als Wärmflasche. Er bewachte den Katzen-Eingang und regte sich furchtbar auf, wenn ein anderes Tier sich nur dem Katzentürchen näherte. Natürlich konnte er eigenständig nach draussen. Anfangs ging er gern mit uns spazieren, die ersten Anzeichen des Alterns waren, als er nur noch einmal am Tag mit kam, später blieb er ganz daheim.
Letzten Donnerstag hat ihn der Minutentod ereilt. Ein schöner Tod für den alten Hund, ein herber Verlust für uns und vor allem für die Katzen. Es ist still jetzt im Katzenkindergarten. Wir glauben nicht, dass ein anderer Hund so gut, so liebevoll seinen Platz ausfüllen wird. Danke ROCCO!
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PUPPI
MAXI
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Am Sonntag morgen ( 9. Nov. 08 ) ist MAXI ganz friedlich bei uns eingeschlafen. Wir haben ihn im Februar nach Gretas Tod (lest im Bericht SOS Situation Italien 2008 mehr) [1.626 KB]
übernommen, er hatte hochgradig Leishmaniose, war davon blind geworden. Die Krankheit ist tückisch - bei uns hat er zunächst nach einer Milteforan-Kur zugenommen, gut gegessen, die Ohren sind verheilt, das Fell war gut - um dann auf einmal wieder abzustürzen. Die inneren Organe waren befallen. Schlaf ruhig, Maxi! |
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BETTY
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Ich habe Greta Irsperger versprochen, für alle alten und kranken Hunde, die bei uns ein endgültiges Zuhause nach dem Tod von Greta (im Bericht SOS Situation Italien 2008 mehr) [1.626 KB]
fanden, zu sorgen. Auch BETTY war bei uns herzlichst willkommen. Sie hatte die äussere und innere Form der Leishmaniose, war sehr lange Zeit unbehandelt geblieben und hatte kaum mehr Fell aufzuweisen. Nach der ersten Kur mit Milteforan waren wir glücklich, es wuchsen vereinzelt die Haare nach, sie wurde gebadet, gepflegt und jeden Tag gefragt, was sie denn gern essen möchte. Denn der Appetit bei leishmaniosekranken Hunden ist ganz unterschiedlich. Nach dem leichten Bergauf - ging es rapide bergab. Jeden Tag kam der Tierarzt oder wir brachten sie, wo sie mit angereicherten Infusionen versorgt wurde - jedoch, die Nieren waren zu geschädigt, BETTY wurde mit jeden Tag schwächer und wir mussten sie schliesslich erlösen. - Sie ist heim gegangen zu ihren vielen anderen Brüdern und Schwestern in ein besseres Leben - und vielleicht auch zu Greta. |
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PERRY
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PERRY und SILLY kamen vor eineinhalb Jahren aus dem Chianti zu uns. Sie waren arme Hunde, hingen an Ketten, die Familie, der sie einst gehörten war zerrüttet und um die Hunde konnte sich keiner mehr kümmern. Im Leid waren sie beide - vielleicht Mutter und Tochter - unzertrennlich. Und so lebten sie auch bei uns. Plötzlich wurde PERRY die Ältere langsamer, müder. Wir dachten an normale Alterserscheinungen. Aber es war Krebs, Krebs im Darm, der schon gestreut hatte, die roten Blutkörperchen waren gering geworden. Wie immer half für eine ganz lange Zeit das Mittel, das akut Wunder wirkt: Cortison. Aber der Verfall war nicht aufzuhalten. PERRY ist SILLY voraus gegangen. SILLY weiss es, genau wie wir Menschen es wissen, wenn ein geliebter Freund von uns geht. Und trotzdem - täglich beim Spaziergang schaut sie sich um, ob die andere nicht doch vielleicht nachkommt. Wir wollten Silly ins Haus nehmen, sie ablenken, aber sie wollte dorthin zurück, wo sie mit PERRY gelebt hatte. |
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FRED
BELLA
TENDINA
NONNO
MIZE
, die schöne, graue Individualistin wurde von mir -Thomas- vor 8 Jahren adoptiert. Meine Mutter brachte MIZE aus Italien bis nach Rosenheim. Zu dem Zeitpunkt war auch noch eine ältere schwarze Samtpfote dabei, die ich NORA taufte. NORA entschied sich aber nach ein paar Monaten des Zusammenlebens mit MIZE für die ruhigere Variante sich selbst bei den Nachbarn anzusiedeln - was NORA auch gelungen ist.
MIZE und ich verstanden uns von Anfang an gut, liebten einander, und es war meine erste Katze überhaupt. Eine Einzelgängerin war MIZE, sie wollte keine anderen Katzen, sie war zufrieden, wenn sie mit mir war, und daher nahm ich sie auch überall mit hin. Sie zog mit mir von München nach Berlin und von Berlin in die Toscana. Ebenso war MIZE bei jedem Urlaub dabei, und fuhr gerne mit dem Auto.
Hier, so dachten wir, so nah ihrer eigentlichen italienischen Heimat von Grosseto könne sie, mittlerweile älter geworden, draussen sein, ihr Katzenleben geniessen. Sie machte gern kleine Spaziergänge im Umkreis, kam dann aber auch gern wieder heim, und hörte mindestens genauso gut wie ein Hund auf ihren Namen.
Gestern morgen musste Helga und ich frühzeitig zur Veterinärbehörde. Es war schönes Wetter und so durfte MIZE schon morgens nach draussen.
Als ich heim kam, sah ich ich sie schon aus dem Auto reglos liegen - es muss ein Hund gewesen sein. MIZE lebte jahrelang mit Hunden, und spielte hin und wieder auch gerne mit GIORGIO. Bei fremden Hunden war sie dennoch sehr auf Flucht eingestellt - jedoch scheint sie es in diesem Fall nicht rechtzeitig bemerkt zu haben.
MIZE war für mich aussergewöhnlich - wie bei jeder engen Freundschaft. Wir werden sie nie vergessen, die unvergleichliche MIZE.
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GUNDI
MIMMO
GIGA
GIGA ist tot. Heute morgen ging sie noch mit spazieren. Wir merkten schon die letzte Zeit, dass sie müder wurde, ganz klar, sie war mindestens 13 oder 14 Jahre alt. Ich dachte darüber nach, wie sehr die Hunde, die wir retten und die bei uns bleiben können an ihrem Leben hängen, wie sie es geniessen, denn alle werden alt bei uns. GIGA wurde einstmals von alten Bauersleuten genommen, sie war eine schöne, lustige Schäfer-Husky-Mischlingshündin. Zudem noch sehr brav. Es kam wie immer: GIGA wurde schwanger und schenkte ein paar Kindern das Leben. Einige starben, einige wurden vergeben und ihr Sohn durfte bei den Bauersleuten bleiben. Sie hatten noch einen dritten Hund - den schon älteren Buck. Alsbald war der Rüde, der gross und stattlich geworden war, Sirio mit Namen, der Liebling der beiden alten Leute.
Wir brachten Futter, konnten auf diese Weise Mama GIGA kastrieren, trotzdem landete sie, genauso wie Buck, eines Tages an der Kette. Es hiess, sie würden sonst die wilden Tiere jagen. Sirio blieb frei, durfte ins Haus. Mir tat es jedes Mal leid, wenn ich die Hunde besuchte, die brave GIGA an der Kette zu sehen. Schliesslich baute Helmut eine Laufkette.
Das Schicksal wollte es dann, dass alle drei Hunde eine Fellkrankheit bekamen, nichts besonderes, wenn sie im Dreck zu Hause waren, nie gebadet wurden, nie eine Bürste kennen lernten. Die Leute, wie immer hysterisch ängstlich vor Krankeiten, riefen an und wollten, dass wir SOFORT alle drei Hunde abholen. Das machten wir auch, badeten sie, medikamentierten alle drei - und sie bekamen schnell ihr schönes Fellkleid zurück. Die beiden, GIGA und Buck, die wollten sie nicht mehr zurück, aber sie verlangten nach ihrem Liebling Sirio. Den brachten wir zurück - und brachen danach auch die Kontakte ab. Wir wissen, dass das Frauchen mittlerweile gestorben ist und das ehemalige Herrchen bewegungsunfähig von einer Betreuerin versorgt wird. Eines Tages fuhr ich an dem abgelegenen Haus vorbei und sah Sirio - er war verwahrlost, hatte eine Wunde auf dem Rücken, das interessierte die Betreuerin wenig, mit dem alten Mann konnte ich nicht sprechen.
Jetzt nach dem Tod der Mutterhündin werde ich schauen, ob der Sohn noch am Leben ist.
GIGA hatte mindestens sieben schöne Jahre bei uns, frei, geliebt, bei gutem Essen und den Spaziergängen, die sie so sehr genossen hat.
Ihr Tod hat mich traurig gestimmt, aber nicht überrascht. Ich musste heute den ganzen Vormittag gerade über GIGA und ihre Lebensgeschichte nachdenken - es war, als ob wir uns noch einmal gedanklich miteinander verbunden hätten....ciao brave GIGA.
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FRITZ
KIM
BIANCA
Heute, am Samstag, den 24. November frühmorgens starb unsere geliebte BIANCA. Der Heimgang wurde ihr erleichtert, sie starb in unseren Armen. Wenn es eine Gerechtigkeit gibt, dann wird sie im Tierreich erwartet und sie muss es schön haben. Neun Jahre ungefähr musste sie die Misshandlungen der Menschen ertragen - nur zwei kurze Jahre konnten wir es ihr bei uns wirklich schön machen. Sie hatte trotz aller negativer Erlebnisse mit den Menschen einen unvergleichlich guten, sanften Charakter.
Erinnert Euch - als sie bei uns ankam, war sie ein zum Skelett abgemagertes, graues Etwas. Sie bekam von Euch allen viel Liebe, Zuneigung, Besuche, Streicheleinheiten. Dafür möchte ich Euch allen im Namen von BIANCA danken. Sie wird uns unvergessen bleiben.
WENN DER TOD SICH ANKÜNDIGT …
…auf schnellen oder leisen Sohlen, egal wie, allein die Konfrontation mit dem Sterben lässt immer Kummer und Traurigkeit aufkommen. – Immer wird man auch mit der eigenen „Endlichkeit“ konfrontiert, aber schließlich ist das eigene Leben zu einem großen Teil gelebt und es ging einem gut. Die Tiere aber, die man aufnimmt, in zumeist schlechter körperlichen und seelischer Verfassung, denen würde man so von Herzen wünschen, dass man lange genug Zeit bekommt, den von anderen Menschen angerichteten Schaden wieder halbwegs gut zu machen.
Es ist nur logisch und nachvollziehbar, dass man umso mehr an einem Tier hängt, wenn man weiß, wie schlecht es vorher dran war. Unsere BIANCA, Doga Argentina in Weiß ist so ein Fall. Viele von Euch erinnern sich bestimmt, wie sie im Mai 2005 zu uns kam. Sie war Haut und Knochen, war kraftlos, konnte kaum auf den Beinen stehen, hatte den Kopf gesenkt und keinerlei Lebensmut. Niemand glaubte damals, dass wir sie überhaupt gesund bekommen würden. BIANCA kam aus der Hölle des Lagers von Rieti, vorher war sie zu Kämpfen missbraucht worden, sie hat verschiedene sehr grobe Verletzungen, Durchbisse der Ellenbogen, fehlende Zehen. Sie wollte einfach nur ihre Ruhe haben. Sie bekam bei uns einen Auslauf für sich ganz alleine, ein Haus für sich alleine, verschiedene Betten, so dass sie sich ihre Liegeplätze aussuchen konnte. Und sie bekam alles an gutem Essen, was sie all die Jahre über sicherlich vermissen musste. Und Liebe. BIANCA genas. Es war nicht so viel tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, denn BIANCA hatte wirklich genug davon, von Menschen manipuliert zu werden.
Wir konnten alles mit BIANCA machen, sie wusste, dass ihre Leiden ein Ende hatten. Für uns war es ein Ausdruck ihres wieder gewonnenen Lebensmutes, wenn sie jeden Morgen Punkt 6 Uhr lautstark um ihr Essen bat. Und abends dasselbe. Sie machte langsam aber mit viel Freude kleine Spaziergänge, sie genoss die Sonne, die Ruhe und die Zuwendung.
Jetzt plötzlich, sieht alles ganz anders aus: BIANCAs Bauch wurde auf einmal dicker, wir dachten an eine beginnende Herzschwäche, konsultierten unsere beiden Tierärzte. Nein, sagte Dr. Guidoni, das Herz ist es nicht alleine, es ist viel Flüssigkeit im Bauch und die Substanz der Flüssigkeit lässt nichts Gutes vermuten. Wir waren nicht bereit, daran zu glauben. BIANCA bekam eine Entwässerungskur, sie bekam Cortison, der Bauch wurde kleiner, der Appetit kehrte zurück – wenn auch nicht wie früher. Und das fröhliche Bellen am Morgen, das fordernde, war verstummt. Vor wenigen Tagen, als ich mit ihr auf dem Bett lag, leckte sie mir übers ganze Gesicht – zum ersten Mal. Ich wusste, es war ihre Art, Abschied zu nehmen. Und nun ist er wohl nicht mehr weit.
Heute, am 7. November liegt sie draußen auf ihrer gut gepolsterten Matratze. Sie schaut sich alles an, schläft dann wieder – will nicht recht essen. Ich habe mit ihr ein bisschen gesprochen, sie hat mich wissen lassen, sie war zufrieden mit dem, wie es war. BIANCA war ein Geschenk für mich, wie sie alle treue, wertvolle Unikat-Geschenke waren und sind.
Wir werden sie sehr vermissen.
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Die Bilder links und rechts zeigen BIANCA bei ihrer glücklichen Ankunft bei uns im Mai 2005. |
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LENA
LADY
VUCKO
SNOOPY
VITTORIA
Abschied nehmen mussten wir auch von INGE u. NINJA
MUTTERLIEBE – LOLA UND IHRE KINDER IM HOLZ
Es war zwar nicht Weihnachten, sondern später Sommer, aber die Geschichte ist in gewissen Punkten vergleichbar mit der aus der Bibel. als nämlich Maria und Josef umherzogen und nirgends Einlass fanden, um den Kind, das Maria erwartete, eine Schlafstatt geben zu können.
LOLA ist eine weisse, ziemlich reinrassige, grosse Maremmenhündin. Bei uns zulande nimmt man diese Hunde gern zum Hüten der Schafe oder der Mulis und Arbeitspferde, die zur schweren Holzbergung benutzt werden. Die grossen, schweren Hunde sind von ruhigem Gemüt, genügsam, brav, intelligent und von einem gewissen Eigensinn, der in manchen Situationen sehr nützlich sein kann. Trotzdem die Hunde ihre Pflicht tun, kommt ihnen zumeist weder Liebe noch besondere Aufmerksamkeit zu. Sie werden gefüttert mit Essensresten der Waldarbeiter, im Sommer haben sie mit ihrem dichten Fell unter der Hitze zu leiden und die Nächte, auch wenn es regnet, stürmt oder gewittert, verbringen sie draussen beim Vieh. Wenn die zu bewachenden Herden gross sind, werden oft auch zwei und mehr Hunde dieser Rasse gehalten.
Und so kam es, wie es kommen musste – LOLA wurde schwanger von ihrem Arbeitskameraden, ebenfalls einem Maremmenhund. Das konnte ihr Dienstherr MENSCH überhaupt nicht gebrauchen, denn wenn die Holzarbeiter, boscaioli, wie man sie bei uns nennt, fertig sind mit ihrer Arbeit an einem Platz, dann ziehen sie unverzüglich weiter. Und haben dann manchmal an ganz anderen, weit entfernten Orten zu tun. Lola blieb allein und unversorgt zurück mit ihren acht weissen, putzigen Kindern. Um sie vor wilden Tieren, vor allem den vielen räuberischen Wildtieren zu schützen, brachte Lola ihre Kinder unter einem schweren Holzstoss in Sicherheit. Sie kümmerte sich liebevoll um die Kleinen, um ihre eigene Ernährung war es schlecht bestellt. Die noch verbliebenen Waldarbeiter brachten ihr die Frühstücks- und Essensreste. Manch einer hatte wohl Mitleid mit der immer freundlichen Hündin, die zur Begrüssung wie zum Dank ihre Lefzen zu einem Lächeln hochzog und dabei ihre Zähne entblösste.
Lolas Kinder wuchsen und nahmen der Mutter immer mehr von der Substanz. Lola magerte ab bis auf die Knochen. Die Kinder waren ungefähr vier Wochen alt und hätten leicht schon von selbst essen können – aber es gab ja nichts. So machte Lola sich in ihren Stillpausen auf den Weg ins Dorf, zumeist zweimal am Tag. Sie musste ungefähr fünf Kilometer laufen, bis sie an einem Haus mit mehreren Parteien ankam. Freundlich gab sie dort zu verstehen, dass sie Hunger hatte. Sicherlich hatte die Frau, die ihr zu essen brachte, auch ihr Gesäuge gesehen, aber die Zuteilung blieb trotzdem schmal: sie bekam zumeist einen kleinen Plastikteller mit Spaghetti. Viel zu wenig für einen grossen Hund, geschweige denn für eine Mutter, die davon ihre acht Kinder satt bekommen musste. Lola machte sich eilends auf den Rückweg und würgte ihren Kindern dann die unverdaute Pasta vor. Sie selbst ass nichts – denn die acht Kinder liessen nichts von der angewärmten mit Speichel durchsetzten Speise über. –
Dies alles geschah, als die ersten Pilzsucher unterwegs waren. Wenn sie an Lolas „Blockhaus“ vorbei gingen, schoss diese aus dem Versteck hervor und verteidigte ihre Kinder mit lautem Gebell. Sie hatte bereits alle Mühe, ihre Kinder im Unterschlupf zurück zu halten. Manchmal lugten einige von ihnen neugierig hervor und wagten auf kurzen Beinchen unsichere Schritte ins Freie. Wenn sich aber jemand ihnen näherte, dann verschwanden sie in der Mitte des Holzstosses und entzogen sich jedem Zugriff von Menschen. Dabei waren sie mäuschenstill, so dass niemand sie ausmachen konnte.
Bald drang die Kunde von dem wilden Hund mit den Kindern auch zu uns. An einem gewittrigen Nachmittag bei strömendem Regen machten wir uns zu zweit auf, um Mutter und Kinder zu retten. Wir wussten, dass die Mutter gerade wieder ihren üblichen Bettelgang ins Dorf gemacht hatte. Mit einem Eimer voll des guten Futters machten wir uns auf den Weg zu ihr. Sie war ein abgemagertes Gerippe, von verflohten Fellfetzen umhüllt. Nur ihr Kopf und ihre Augen sprachen Bände. Es war, als ob sie auf unsere Rettung gewaret hätte. Sie frass mit gutem Appetit und sie frass viel, aber Minuten später ging sie zu ihren Kindern und würgte fast alles wieder aus. Die Sorge um ihre Kinder war so zu einem Teil von ihr selbst geworden, dass sie diese Angewohnheit noch über Wochen beibehielt, auch als sie sicher wusste, dass es viermal am Tag ein Essensangebot für sie und ihre Kinder gab.
Als wir sie holten, war sie so schwach, dass wir sie ins Auto tragen mussten.Wir hatten grosse Mühe, ihre Kinder aus dem Versteck zu locken, aber sie half uns dabei. Sie zeigte uns, dass sie uns verstand. Sie hatte begriffen, dass ihre Sorgen, ihre Leiden beendet waren. Sie zählte die Kinder mit uns durch, sie gab uns zu verstehen, dass noch eines fehlte und lockte es mit mütterlicher Güte aus dem Versteck hervor. Bei uns bezog sie mit ihrer Familie ein Holzhaus ausgestattet mit gemütlichen Betten, Körben und Matratzen.
Lola lebte neun Jahre zusammen mit ihrer Tochter Neve bei uns. Sie starb 2006 an einem Herzschlag. Neve wollte ohne ihre Mama nicht sein, sie bekam Knochenkrebs und verliess uns in diesem Jahr.











































































































































